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Wer ist besonders oft von Schlafstörungen betroffen?


Wieso gibt es Menschen, die schlafen ihr Leben lang wie ein Stein und Menschen, die scheinbar ihr Leben lang Probleme mit dem Thema Schlaf haben?

Oder diejenigen, bei denen es irgendwann im Leben zum Problem wird, das dann einfach nicht mehr verschwinden will??

Und warum gibt es so viele Frauen mit Schlafproblemen?

In diesem Artikel möchte ich darüber schreiben, welche Eigenschaften besonders häufig zu Schlafstörungen und Schlafproblemen führen.


Ursachen für Schlaflosigkeit bei Frauen

Frauen haben nicht nur scheinbar, sondern tatsächlich öfter mit Schlafschwierigkeiten zu kämpfen als Männer. Das liegt nicht allein daran, dass neben ihnen ein Mann liegt, der schnarcht, sondern an vielen weiteren Faktoren. Ein wichtiger Aspekt ist, dass Frauen schlichtweg schlechter verdrängen und sich distanzieren können als Männer. Was auch Frauen am Tag aufgrund ihrer vielfältigen Rollen und Anforderungen noch gelingt, will nicht mehr klappen, sobald das Licht im Schlafzimmer ausgeht und es Zeit zum Schlafen ist. Jetzt kommen alle ungelösten, unangenehmen, auffälligen Ereignisse des Tages noch einmal hoch. Es wird gegrübelt, analysiert, hinterfragt - leider meist ohne Ergebnis. Dazu kommt, dass durch die Dunkelheit und das abfallende Wohlfühlhormon Serotonin die Probleme nachts noch viel größer und unlösbarer erscheinen.


Was für Frauen noch dazu kommt, sind die weiblichen Hormone und der Zyklus. Bei vielen Frauen ist besonders in den Tagen vor und nach der Periode der Schlaf leichter als sonst. Während einer Schwangerschaft haben viele Frauen ebenfalls Schwierigkeiten in den Schlaf zu finden, insbesondere im letzten Drittel. Ist das Baby dann erst mal da, beginnt für die allermeisten ein ständiger Schlafmangel. Ab der Geburt wird bei vielen Frauen der Schlaf oberflächlicher und leichter störbar. Es werden alle Geräusche wahrgenommen: Weint das Baby? Tapst das Kind durchs Haus? Kommt es mit dem Mofa endlich heil zu Hause an? Egal, wie alt das Kind ist, bei vielen Frauen hält der Nachtwächter- und Sorgezustand an. Und ist das Kind dann aus dem Haus, sorgt die Menopause für Schlafschwierigkeiten und weitere Unannehmlichkeiten.


Die Frau hat evolutionär gesehen schon immer die Rolle der Beschützerin über Nacht erfüllt. Damals waren die Männer noch alleinig für die Versorgung der Familie zuständig. Ein ausgeschlafener Mann war erfolgreicher im Jagen - und es war auch wahrscheinlicher, dass er zurück kam. So kümmerte sich die Frau auch über Nacht um das Wohlbefinden aller. Heute ist meist nicht mehr der Mann der alleinige Versorger. Frauen haben sehr oft eine Mehrfachbelastung zu tragen und jonglieren zwischen Job, Kindererziehung, der Pflege der Eltern und ihren eigenen Bedürfnissen hin und her. Dieses ständige Multitasking und die Anpassung an verschiedenste Rollen führen zu hohem Stress, der die Frau oft schlecht schlafen lässt.


Liegt die Frau abends im Bett neben anderen geliebten Menschen, kann es sein, dass sie dort nicht so gut schläft, wie sie es alleine tun würde. Denn sie ist weiter in ihrer Nachtwächter-Rolle. Das führt dazu, dass Frauen oft schlechter schlafen, wenn noch jemand im Raum ist, während Männer gut beschützt besser schlafen, wenn jemand neben ihnen liegt.


Natürlich sind auch Männer heutzutage nicht mehr nur "Versorger". Auch an sie werden mehr Erwartungen gestellt, als sich allein um das Einkommen der Familie zu sorgen. Und selbst dies kann unter Umständen als einziger Faktor schon zu so viel Stress führen, dass an Schlaf nicht mehr zu denken ist.


Stressverstärkende, innere Antreiber


Weitere Stress-verstärkende Einstellungen, die man sehr häufig bei Frauen, aber auch bei Männern findet, sind folgende:


Sei beliebt

Der Wunsch nach Anerkennung und Liebe. Situationen, die Zurückweisung oder Enttäuschung verursachen, werden möglichst vermieden. Wer versucht, es immer allen Recht zu machen, erschöpft darüber zunehmend selbst. Die eigenen Bedürfnissen werden hinten angestellt und vernachlässigt. Das kann auf Dauer sehr unglücklich machen.


Sei unabhängig

Hier dominiert der Wunsch nach Selbstbestimmung. Hilfsbedürftigkeit und Abhängig wird als Stress empfunden und durch viel Anstrengung vermieden. Wer stets seinen Mann bzw. seine Frau steht, gilt als stark. Es fällt schwer, Hilfe und Unterstützung anzunehmen, da dies als Schwäche empfunden wird.


Sei perfekt

Der Wunsch nach Erfolg und (Selbst-)Anerkennung. Misserfolg und Fehler sowie Kritik lösen stark unangenehme Gefühle aus. Es werden große Bemühungen gemacht, um auf alle einen perfekten Eindruck zu machen und diesen aufrecht zu erhalten.


Behalte die Kontrolle

Der Wunsch nach Sicherheit. Alles, was nicht nach Plan läuft, Risiken oder die Möglichkeit für Fehlentscheidungen bietet, wird möglichst vermieden. Dies lässt wenig Raum für Unvorhergesehenes und Spontaneität. Da es im Leben häufig nicht nach Plan läuft, ist eine hohe Anspannung vorprogrammiert.


Halte durch

Dies drückt eine besondere Härte gegenüber sich selbst aus. Das Bedürfnis stark zu sein, durchzuhalten ohne Pausen und zu funktionieren ist hier sehr groß. Die eigenen Grenzen werden oft missachtet und es fällt schwer, sich Ruhe und Erholung zu gönnen.


Alle diese Stressverstärker, auch innere Antreiber genannt, können zu Überforderung, Überlastung und Erschöpfung sowie Unruhe, Unzufriedenheit und Anspannung führen. Insbesondere dann, wenn sie sehr ausgeprägt sind, bzw. gehäuft auftreten, kann sich dies negativ auf den Schlaf auswirken.


Hochsensible mit Schlafproblemen


Eine weitere Gruppe von Menschen, die häufig schlecht schläft, sind hochsensible Menschen, welche ihre Umwelt besonders intensiv, detailliert und genau wahrnehmen. Viele der wahrgenommen Reize und Eindrücke, die bei anderen Menschen vom Gehirn quasi herausgefiltert werden und somit nicht weiter belasten, dringen bei Hochsensiblen ins Zentrum des Bewusstseins vor. So werden starke Geräusch- oder Geruchsquellen viel stärker wahrgenommen, als von anderen Menschen, Gefühle intensiver erlebt oder Stimmungen besonders erfasst.

Auch das Vorkommen von Hochsensiblen ist evolutionär begründet. So machte es damals viel Sinn, dass es Menschen gab, die besonders aufmerksam die Umgebung wahrnahmen - auch nachts - damit das Überleben der Gruppe sichergestellt war. In der heutigen Zeit können wir uns vor Außenreizen kaum retten, sodass insbesondere Hochsensible dies an ihrem Schlaf merken, weil sie mit der Verarbeitung kaum hinterherkommen und so schlechter zur Ruhe finden.


Fortgeschrittenes Alter

Dein Alter spielt eine große Rolle dafür, wie viel und wie tief du schläfst. Viele Menschen ab 50 bemerken, dass ihr Schlaf leichter und kürzer wird. Die Konzentration des Schlafhormons Melatonin nimmt tendenziell ab, sodass ältere Menschen einen leichteren und störanfälligeren Schlaf haben und mit häufigeren Wachphasen während der Nacht zu kämpfen haben. Außerdem verschiebt sich der Schlafrhythmus eher nach vorne, sodass im Alter viele Menschen zu absoluten Frühaufstehern werden und abends dann dementsprechend früh müde sind und zu Bett gehen. Die frühen Aufstehzeiten, der leichtere, oft unterbrochene Schlaf wird von Vielen dann aber durch Tages- bzw. Mittagsschläfchen kompensiert. Das Schlafbedürfnis in Summe ändert sich wenig. Die gute Nachricht für Frauen: Ihr Tiefschlaf bleibt länger erhalten als der von Männern, sodass ihnen nachts mehr Regeneration zuteil wird. Vermutlich einer der Gründe dafür, dass Frauen im Durchschnitt länger leben.


Vielleicht hast du dich in der ein oder anderen Eigenschaft ja wiedererkannt?

Damit ist dein Schlafproblem natürlich nicht gelöst. Doch vor allem an deinen inneren Antreibern kannst du langsam aber stetig arbeiten und positive Veränderungen bewirken. Du kannst natürlich nichts daran ändern, dass du eine Frau oder hochsensibel bist und auch dein Alter ist, wie es ist, aber ich hoffe, allein das Wissen darum hilft dir, verständnisvoller mit dir selbst umzugehen und geeignete Strategien zu entwickeln, um in Zukunft besser für deine Entspannung und einen guten Schlaf sorgen zu können.


Wenn du mehr Tipps hierzu brauchst, lass es mich gerne wissen!


Alles Liebe

Janina



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